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Made in Uri 2020

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DIE HÄNDE STEHEN IM

DIE HÄNDE STEHEN IM ZENTRUM Im Kantonsspital Uri will man Infektionen sowie die Entstehung und Ausbreitung von resistenten Keimen mit allen Mitteln vermeiden. Die Massnahmen reichen vom Verzicht auf ein Ritual bis hin zu baulichen Massnahmen im neuen Spital. Ist von Hygiene die Rede, so denken wohl die meisten Leute zuerst an Sauberkeit und Reinlichkeit und weniger an das Verhüten von Krankheiten. Im Kantonsspital Uri hat dieser Bereich höchste Priorität – nicht erst seit der Corona-Pandemie. «In einem Spital sammelt sich von Natur aus eine Vielzahl von Krankheiten», erklärt Dr. med. Constantine Bloch-Infanger, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie am Kantonsspital Uri. «Die Gefahr, dass Krankheitserreger und Keime verbreitet werden, ist dort besonders gross. Unser Team versucht mit allen Mitteln, im Spital erworbene Infektionen, aber auch die Entstehung und Ausbreitung resistenter Keime zu verhindern, um dadurch Patienten, Personal und Besucher vor Infektionserregern zu schützen.» Im Vordergrund stehen diesbezüglich das Einhalten der Hygienerichtlinien sowie die gezielte Isolation in bestimmten Patientensituationen. Vor und nach jedem Kontakt Im Bereich der Spitalhygiene hat für Constantine Bloch-Infanger das Desinfizieren der Hände höchste Priorität, «und zwar vor und nach jedem Der Schwarzlichttest zeigt links eine Hand mit und rechts eine ohne Desinfektionsmittel. 72

Patientenkontakt», betont sie. Auf diese Massnahme wird der Fokus schon bei den Lernenden oder bei neu eintretenden Mitarbeitenden gerichtet. Das hat einen einfachen Grund: «Der grösste Teil der Bakterien wird über die Hände verbreitet», erklärt die Oberärztin. Weil sich der Mensch aufgrund eines unterbewussten Reflexes zudem bis zu 800 Mal am Tag ins Gesicht fasst, können Krankheitserreger auf diesem Weg sehr schnell in den Körper gelangen. Die Infektiologin hebt aber auch einen nichtmedizinischen Aspekt der Infektionsprävention hervor: «Um Mikroorganismen aller Art die Möglichkeiten zu nehmen, sich einzunisten, müssen auch klare Vorgaben für das Reinigungspersonal bestehen. Denn für die Patienten ist Sauberkeit im Zimmer der wichtigste Faktor.» Wie schützt man sich nun aber als gesunder Mensch vor Infektionen? «Grundsätzlich gut sind Automatismen, die man nicht wegbekommt», sagt die Fachärztin. «Jeder von uns sollte mehrmals täglich die Hände waschen», nennt sie eine konkrete respektive die wichtigste Standardhygienemassnahme. Lächeln statt Händeschütteln Im Zusammenhang mit der Corona- Pandemie haben Experten zum Verzicht auf das Händeschütteln aufgerufen. Gerade bei diesem hierzulande traditionellen nonverbalen Begrüssungs- und Verabschiedungsritual besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger übertragen werden. Im Kantonsspital ist man deshalb vor Monaten einer Empfehlung der spitalinternen Hygiene-Fachleute nachgekommen: Im Kontakt mit Patienten, Besuchern und Personal wird auf den Händedruck prinzipiell verzichtet. «Dies soll auf gar keinen Fall als Affront verstanden werden», betont Spitaldirektor Fortunat von Planta. «Wir tun das einzig und allein aus Gründen der Infektionsprävention.» Um bei der Bevölkerung das nötige Verständnis für diesen «mutigen, aber notwendigen Schritt» zu wecken, haben die Verantwortlichen Wert auf eine gezielte diesbezügliche Kommunikation gelegt – einerseits spitalintern mit entsprechenden Plakaten an publikumsträchtigen Orten, anderseits über Mitteilungen in den lokalen Medien. Dr. med. Constantine Bloch-Infanger, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie am Kantonsspital Uri und Spitaldirektor Fortunat von Planta begründen den Verzicht auf den Händedruck mit einer besseren Infektionsprävention (oben). Auch das richtige Desinfizieren der Hände will gelernt sein (unten). 73 Bei Neubau berücksichtigt «Auch beim laufenden Neubau des Kantonsspitals Uri wird dem Bereich Spitalhygiene grösste Beachtung geschenkt», betont Fortunat von Planta. Infektionen sowie der Entstehung und Ausbreitung von resistenten Keimen soll möglichst keine Chance gegeben werden. Geplant sind gezielte Installationen und Massnahmen. Sie reichen von einer passenden Materialisierung über eine durchdachte Raumaufteilung, möglichst kurze Patientenwege und genügend Platz auf der Notfallstation bis hin zu Isolationsmöglichkeiten oder zu einer zeitgemässen Belüftung. «Zimmer mit drei, vier oder sogar sechs Patienten gehören der Vergangenheit an», so der Spitaldirektor. Zwei separate Liftschächte sollen verhindern, dass sich Besucher und Patienten unnötig begegnen. Statt der aktuell benützten Vorhänge zur Abtrennung von Patienten werden massive Wände eingebaut. Dank der neuen Spitalbauten können in Uri zudem Krisen wie die Corona-Pandemie 2020 künftig noch besser bewältigt werden: Die geplante Tagesklinik lässt sich dereinst in eine abgeschirmte Isolationsstation umwandeln. Spitalstrasse 1 6460 Altdorf 041 875 51 51 info@ksuri.ch spital.ksuri.ch