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Made in Uri 2020

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URNER KRAFTPAKET FÜR

URNER KRAFTPAKET FÜR DIE SCHWEIZER BAHNEN 100 Jahre Elektrifizierung der Gotthardbahn strecke. Heute fahren die Schweizer Bahnen zu 40 Prozent mit Strom der Reusskaskade, produziert von den drei Kraftwerken Göschenen, Wassen und Amsteg. 1916, auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges, beschloss der Verwaltungsrat der SBB die Elektrifizierung der Gotthardbahn zwischen Erstfeld und Bellinzona. Die Verknappung und Verteuerung der preussischen Kohle sowie das wachsende Wissen in der elektrischen Antriebstechnik führten zu diesem Entscheid. Am 7. Juli 1919 nahm die SBB zwischen Bern und Thun ihre erste elektrische Strecke in Betrieb. Am 12. Dezember 1920 fuhren elektrisch betriebene Züge von Erstfeld nach Biasca. 1922 war die Gotthardbahnstrecke von Luzern bis Chiasso elektrifiziert. Strom für das «Krokodil» Der Elektrifizierung der Gotthardbahn waren Kämpfe um die richtige Technik, Aufträge und die nötigen finanziellen Mittel vorausgegangen. Ingenieure bauten 1919 Klassiker wie das «Krokodil», das doppelt so schwere Züge über den Gotthard ziehen konnte, und dies schneller als Dampflokomotiven. Die Investition in den elektrischen Betrieb der SBB ist, umgerechnet auf heutige Kosten, grösser als der Bau des Ceneri- und Gotthard-Basistunnels. Zur Versorgung der Bahnstrecke mit Strom waren die Kraftwerke Piotta (1920) und Amsteg (1922) gebaut worden. Heute produziert die Reusskaskade mit ihren drei Kraftwerkstufen Göschenen, Wassen und Amsteg rund 1169 Gigawattstunden Energie pro Jahr, was für rund 245’000 Haushalte reichen würde. «Der grösste Teil der Produktion fliesst aber in das Bahnstromnetz und versorgt dort 40% der Schweizer Bahnen», erklärt Peter Tresch, Leiter Kraftwerk Göschenen. Kraftwerk Göschenen – ein Pionierwerk 1955 begannen die Bauarbeiten für das Kraftwerk Göschenen. Der Staudamm Göscheneralp wurde 1960 fertiggestellt. Peter Tresch, Leiter Kraftwerk Göschenen und Hanspeter Maeder, Leiter Geschäfts- und Betriebsführung der CKW (von links). 100

Kraftwerk Göschenen (KWG) CKW: Anteil 50%. 50 Hz Produktion 192 GWh SBB: Anteil: 40%. 16,7 Hz Produktion 234 GWh Wasserzinsen Total: CHF 6,5 Mio. Kraftwerk Wassen (KWW) SBB: Anteil: 90%. 16,7 Hz Produktion 290 GWh 50 Hz Produktion 3 GWh Wasserzinsen Total: CHF 4,5 Mio. Kraftwerk Amsteg (KWA) SBB: Anteil: 90%. 16,7 Hz Produktion 443 GWh 50 Hz Produktion 7 GWh Wasserzinsen Total: CHF 7,6 Mio. Wasserkraft im Kanton Uri – 100% Erneuerbare Energie Total SBB CKW EWA Übrige Leistung MW 466 275 96 73 22 Jahresproduktion GWh 1’517 978 192 267 80 Winteranteil GWh 469 315 76 58 20 Sommeranteil GWh 1’048 662 116 209 60 Quelle: Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz, Stand 31.12.2018 Bundesamt für Energie 1961 und 1962 gingen die Anlagen sukzessive in Betrieb. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 300 Millionen Franken. Am Aktienkapital von 60 Millionen Franken sind die CKW (50 Prozent), die SBB (40) und der Kanton Uri (10) beteiligt. Der Göscheneralp-Stausee hat ein Fassungsvermögen von 75 Millionen m³ Wasser. Dank dieser Speicherstufe kann Wasser vom Sommer in den Winter umgelagert werden. Das ermöglicht eine optimale Energienutzung, da im Winter nur wenig Wasser natürlich anfällt. «Die Speicherung und Umlagerung von Wasser spielen heute eine tragende Rolle für die sichere und zuverlässige Stromversorgung. Das wird in Zukunft mit dem Zubau von neuen erneuerbaren Energieproduktionsformen noch wichtiger», betont Hanspeter Maeder, Leiter Geschäftsund Betriebsführung der CKW. Vor über 60 Jahren war in Göschenen ein in vielen Aspekten aussergewöhnliches Projekt gewagt worden. Beim Bau der Anlage war der Erddamm der grösste Damm seiner Art, und er galt überall auf der Welt als Referenzobjekt bei der Projektierung und Realisierung. Die CKW hat das Projekt von der Idee bis zur Inbetriebnahme vorangetrieben. Seither ist sie mit der Betriebs- und Geschäftsführung betraut. Bei der Eröffnung war das Kraftwerk Göschenen das grösste Wasserkraftwerk der Schweiz. Die zwei Bahnstromgeneratoren der Stufe Göscheneralp galten als die grössten Einphasenmaschinen der Welt. Noch heute gehören sie zu den grössten Maschinen ihrer Art. Für die Herstellerfirma, die Maschinenfabrik Oerlikon (heute ABB), war die Konstruktion in vielen Bereichen Neuland und aus heutiger Sicht eine wahre Meisterleistung der Ingenieurkunst. Die Reusskaskade Die Kraftwerke Göschenen, Wassen und Amsteg bieten rund 30 hochwertige Arbeitsplätze. Der Betrieb und Unterhalt dieser Werke generiert eine signifikante Wertschöpfung im Kanton Uri über Dividenden und Steuern von jährlich zirka 1,5 Millionen sowie Wasserzinsen von rund 18,6 Millionen Franken. Dazu kommen Aufträge an das lokale Gewerbe. Die Wasserkraft ist heute mehr denn je die beste und wirtschaftlichste Produktionsform erneuerbarer, CO₂-freier Energie. Speicherkraftwerke wie das Kraftwerk Göschenen sind für die ausreichende Stromproduktion im Winter äusserst wichtig und ein tragender Pfeiler der Energiestrategie 2050 des Bundes. Ringstrasse 127 6487 Göschenen 041 886 88 16 peter.tresch@ckw.ch www.kw-goeschenen.ch 101